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Abriss der Museumsgeschichte

Die Gründung des Nationalen Palastmuseums

Die Sammlung des Nationalen Palastmuseums besteht aus einer riesigen Anzahl an Kulturschätzen, die ursprünglich zu den kaiserlichen Sammlungen der Song-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastie gehörten. Der Werdegang des Museums ist eng mit den sozialen Veränderungen des modernen China verbunden. Dreizehn Jahre nach der Gründung der Republik China wurde der letzte Qing-Kaiser, Pu Yi, aus der Verbotenen Stadt vertrieben. Daraufhin wurden die Kulturschätze innerhalb des Palastes inventorisiert und das Nationale Palastmuseum eingerichtet.

Am 10. Oktober 1925 wurde das Nationale Palastmuseum offiziell gegründet, um die kaiserlichen Sammlungen und Kunstschätze des Palastes aus den verschiedenen Dynastien zu bewahren und die Öffentlichkeit und künftige Generationen in die Lage zu versetzen, den Palast zu betreten und dieses Kulturerbe der Menschheit zu bewundern. Yi Peiji (I Pei-chi, 1880~1937) wurde zum ersten Museumsdirektor ernannt. Die Periode zwischen 1925 und 1931 kann als die Aufklärungsperiode des Nationalen Palastmuseums in Beijing (Peking) gelten.

Die Verlagerung der Kulturobjekte in den Süden

Der Mukden-Zwischenfall vom 18. September 1931 markierte den Einfall der japanischen Armee in Nordostchina. Um die Sicherheit der Sammlung des Museums zu gewährleisten, ordnete die Museumsleitung des Nationalen Palastmuseums an, dass die bedeutendsten Kunstwerke der Sammlung in Kisten verpackt und gelagert werden sollten, um jederzeit evakuiert werden zu können. Im Januar 1933 spitzte sich die Lage in Nordchina zu und die japanische Armee drang zum Shanhai-Pass vor. Am 31. Januar 1934 wurden fünf Gruppen von Kulturschätzen in insgesamt 19.557 Kisten verpackt und in den Süden ausgelagert, darunter 6.066 Kisten mit Objekten aus dem Ausstellungsamt für Antiquitäten, dem Sommerpalast Yi-he-yuan und der kaiserlichen Akademie Han-lin-yuan. Im Februar 1934 verkündete die Nationalistische Regierung das "Einstweilige Organisationsstatut des Nationalen Palastmuseums in Beiping", in dem der Exekutiv-Yuan zur vorgesetzten Behörde des Museums bestimmt wurde. Zum Museumsdirektor wurde Ma Heng (1881~1955) ernannt. Während dieser Periode begann das Museum mit einer Inventur der Objekte, die nach Shanghai verlagert worden waren oder in Beijing verblieben waren. 1935 wurde eine Gruppe wertvoller Werke aus der Sammlung des Museums nach London zur "Internationalen Ausstellung chinesischer Kunst" gesandt. Im Dezember 1936 wurde die Nanjing-Filiale des Palastmuseums eingeweiht und die Objekte wurden von Shanghai zum neu gebauten Lager innerhalb des daoistischen Klosters Chao-tian-gong in Nanjing (Nanking) gebracht.

Nach dem Fall der Song-hu-Front 1937 ordnete der Exekutiv-Yuan an, dass die Kulturobjekte der Nanjing-Filiale auf einer Süd-, Zentral- und Nordroute ins Hinterland befördert werden sollten. Die erste Gruppe bestand aus 80 Kisten, in denen sich hauptsächlich die ausgewählten Kunstwerke befanden, die auf der "Internationalen Ausstellung der Chinesischen Kunst " in London gezeigt worden waren; diese reisten auf der sogenannten Südroute über Wuhan, Changsha, Guiyang und Anshun nach Baxian in Sichuan. Die zweite Gruppe von Kunstobjekten bestand aus 9.331 Kisten und wurde auf dem Wasserweg über Hankou, Yichang, Chongqing, Yibin und schließlich nach Anguxiang, Loshan, in Sichuan verschifft. Die dritte Gruppe reiste nördlich mit der Jin-Pu-Eisenbahn nach Xuzhou, dann mit der Long-Hai-Eisenbahn nach Baoji und von dort transportierten Lastwagen die wertvolle Fracht aus 7.287 Kisten durch Hanzhong nach Chengdu und schließlich nach Emei in Sichuan.

Während der Kriegszeit gehörte es zu den Hauptaufgaben des Palastmuseums, die Sammlung zu beschützen und zu bewahren. Dennoch war es in der Lage, eine Reihe von Ausstellungen zu organisieren. Im Juli 1937 wählte das Palastmuseum 10 Bronzewerke aus der Shang- und Zhou-Periode, 40 Jadeartikel, 48 Gemälde und Kalligrafien sowie je eine Seidenwirkerei aus der Song- und der Yuan- Dynastie und sandte diese einhundert ausgewählten Werke nach Moskau und Leningrad zu einer "Ausstellung Chinesischer Kunst". Als diese Kunstwerke im Dezember 1942 nach China zurückkehrten, wurden sie zur "Dritten Nationalen Kunstausstellung" in Chongqing gesandt, bevor sie in das Lager in Anshun zurückgebracht wurden. Im Dezember 1943 nahm auch eine Auswahl der in Anshun aufbewahrten Werke an der Gemälde- und Kalligrafieausstellung in der Zentralbücherei Chongqing und an einer Ausstellung des Guizhou-Kunstmuseums in Guiyang teil.
Eine andere Quelle der Sammlung des Nationalen Palastmuseums waren die Kunstgegenstände des Ausstellungsbüros für Antiqutäten in Beijing. 1933 wurde in Nanjing das "Vorbereitungsbüro des Nationalen Zentralmuseums" eingerichtet, um diese Sammlung zu bewahren. Als im November 1937 die Situation auch in Nanjing immer gefährlicher wurde, wurden die Kulturschätze des Vorbereitungsbüros des Nationalen Zentralmuseums auf dem Wasserweg nach Chongqing verschifft. Sie wurden dann 1939 nach Kunming und Leshan gebracht, bevor sie schließlich in Nanxi in Sichuan eintrafen. Als Japan im August 1945 kapitulierte, konnten all diese chinesischen Kulturobjekte schließlich wieder nach Nanjing zurückgebracht werden.

Überführung nach Taiwan

Im Herbst 1948 wandte sich im Bürgerkrieg das Blatt zugunsten der kommunistischen Armee, woraufhin die Zentralregierung entschied, die wertvollsten Gegenstände aus der Sammlung des Museums nach Taiwan zu senden. Mit ihnen reisten ausgewählte Akten aus den Sammlungen der Nationalen Zentralbücherei, des Instituts für Geschichte und Philologie der Academia Sinica sowie des Außen- und des Erziehungsministeriums. Die erste Kistengruppe wurde von der Marine von Nanjing nach Jilong transportiert, wo sie Ende 1948 eintraf. Die zweite und dritte Gruppe trafen im folgenden Jahr ein. Die 2.972 Kisten, die nach Taiwan transportiert wurden, enthielten zwar nur etwa 22% der Gegenstände, die ursprünglich aus Beijing in den Süden verlegt worden waren, aber bei vielen Stücken handelte es sich um besonders erlesene Werke. 852 der Kisten enthielten Gegenstände aus der Sammlung des Vorbereitungsbüros des Nationalen Zentralmuseums.

Nach dem Eintreffen der Kisten in Taizhong gründete die Regierung das "Gemeinsame Verwaltungsbüro des Nationalen Zentralmuseums", dem die Kulturobjekte und Angestellten des Nationalen Palastmuseums, des Vorbereitungsbüros des Nationalen Zentralmuseums und der Zentralbücherei unterstellt wurden. Das "Gemeinsame Verwaltungsbüro" wiederum wurde dem Erziehungsministerium unterstellt und Minister Hang Liwu (1902~1991) diente gleichzeitig als Leitender Bevollmächtigter. Das Büro begann mit dem Bau eines Lagergewölbes in Beigou in der Gemeinde Wufeng im Landkreis Taizhong. Während dieser Periode wurden Stichproben und eine Inventur der Sammlung durchgeführt und die Bücherreihe "Eine Sammlung chinesischer Kulturschätze" herausgegeben. 1957 wurde die Ausstellungshalle in Beigou eröffnet und im Mai 1961 wurde das Büro eingeladen, eine größere Ausstellung zum Thema "Chinesische Kunstschätze" zu organisieren, die ein Jahr lang nacheinander in den amerikanischen Städten Washington, New York, Boston, Chicago und San Francisco zu sehen war. Darüberhinaus wurden 50 Werke ausgewählt, um bei der World Expo in New York gezeigt zu werden.

1965 wurde im Taipeier Vorort Waishuangxi ein neues Museum erbaut. Der Exekutiv-Yuan verkündete die "Einstweiligen Bestimmungen für den Verwaltungsrat des Nationalen Palastmuseums" und ernannte Herrn Wang Yunwu (1888~1990) zu dessen Vorsitzenden sowie Dr. Jiang Fuzong (Chiang Fu-tsung, 1898~1979) zum Direktor des Museums. Das neue Museum wurde zur Ehre des Gründungsvaters der Nation, Dr. Sun Yat-sen, auf den Namen "Chung-shan Museum" getauft. Es wurde offiziell am Tag der Hundertjahrfeier von Dr. Sun Yat-sens Geburtstag eröffnet.

Erweiterungen des Museums

Zusätzlich zu einer reichen Sammlung sind für ein Museum ausgezeichnete Lagerbedingungen und Instandhaltungsmethoden sowie Forschungspersonal für die Organisation von Ausstellungen von größter Bedeutung. Daher wurde das Nationale Palastmuseum seit seiner Wiedereröffnung in Waishuangxi mehrmals umorganisiert und das Personal erweitert. Das heutige Ausmaß des Museums ist das Ergebnis von fünf baulichen Erweiterungen.

Nach der Wiedereröffnung 1965 gab es für das Museumspersonal alle Hände voll zu tun. In sechzehn Ausstellungsräumen und acht Gallerien wurden Kalligrafien, bekannte Gemälde, Bronzeobjekte, Porzellan, Jadegegenstände, Antiquitäten, Wirkereien sowie seltene Bücher und Dokumente ausgestellt, die täglich von vielen Besuchern bewundert wurden. 1966 wurden erstmals die Informationsbroschüre National Palace Museum Newsletter und die Vierteljahrszeitschrift National Palace Museum Quarterly herausgegeben. Im Januar 1967 wurden über dem zentralen Fußweg ein Gedächtnisbogen mit der Aufschrift "Eine Welt für alle" errichtet sowie Chronologien über chinesische und westliche Ereignisse angebracht. Im selben Jahr wurden auch die Erweiterungen des linken und rechten Flügels abgeschlossen (Erweiterungsphase I). Mit der Aufnahme der Museumsoperationen stellte sich heraus, dass die Organisationsstruktur und das Personal den Anforderungen nicht mehr entsprachen. Deshalb wurden 1968 die beiden Abteilungen Antiquitäten sowie Gemälde und Kalligrafien um die Abteilung Seltene Bücher und Historische Dokumente und drei davon getrennte Verwaltungseinheiten für Ausstellung, Publikationen und Registrierung erweitert. Gleichzeitig wurde eine erneute Inventur, Umorganisierung und Archivierung der kulturellen Artefakte vorgenommen und ein Austausch mit anderen akademischen Institutionen eingeleitet. Im selben Jahr konnte auch die Museumsbibliothek eröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit der Einrichtung des Büros für wissenschaftliche Aufbewahrungstechnik im Jahr 1970 wurde die Organisation des Museums weiter vervollständigt. 1971 wurde die zweite Phase der Museumserweiterung abgeschlossen, die aus zwei Erweiterungsflügeln im Vorderteil des Museums bestand.

Dr. Jiang Fuzong (Chiang Fu-tsung) war 18 Jahre lang Direktor des Nationalen Palastmuseums, er führte das Museum durch zwei Erweiterungen sowie die Reorganisation und Erweiterung des Personals. Er etablierte das Nationale Palastmuseum als ein modernes Museum. Alle Aufgabenbereiche eines Museums wurden nach und nach aufgenommen und zahlreiche Journale, Fachbücher, Kataloge und Bildrollen herausgegeben. Das Museum wählte geeignete Personen für Fortbildungen im Ausland, Studienreisen und internationale Symposien aus. 1970 nahm es an der Weltausstellung in Osaka teil und veranstaltete ein "Symposium über alte chinesische Gemälde", wofür es gute Kritiken erhielt. Dadurch konnte das internationale Ansehen des Nationalen Palastmuseums erhöht werden. Um eine neue Generation von Kunstwissenschaftlern heranzubilden und die reiche Erfahrung des ursprünglichen Personals weiterzugeben, unterstützten 1971 professionelle Angestellte des Museums die Nationale Taiwan-Universität bei der Einrichtung einer Unterabteilung für Chinesische Kunstgeschichte innerhalb der Abteilung für Aufbaustudien im Fach Geschichte. Damit wurde die Grundlage für die Entwicklung der Forschung im Bereich der Kunstwissenschaft in Taiwan gelegt. Um seine Aufgabe zu erfüllen, eine Geschichte der Dynastien zu schreiben, arbeitete das Museum mit der Academia Historica zusammen und gab 1978 einen "Entwurf der Qing-Dynastie" mit Anmerkungen heraus. Zwölf Jahre später (1980) wurden von der Academia Historica die "Anmerkungen zum Geschichtsentwurf der Qing-Dynastie" herausgegeben.

Auf dem Weg auf die internationale Bühne

Im Januar 1983 trat Dr. Jiang Fuzong (Chiang Fu-tsung) aus gesundheitlichen Gründen zurück, er wurde von Dr. Qin Xiaoyi (Chin Hsiao-yi, 1921~2007) abgelöst. Dieser war viele Jahre Mitglied des Verwaltungsrats des Nationalen Palastmuseums gewesen und deshalb mit den Angelegenheiten des Museums sehr vertraut. Schon kurz nach seinem Amtsantritt führte er viele Initiativen durch, wie die Herausgabe der Monatszeitschrift "National Palace Museum Monthly" und der Vierteljahreszeitschrift "National Palace Museum Academic Quarterly", er arbeitete mit dem Taiwan Handelsverlag bei der Herausgabe von Wen Yuan Ge's "Si Ku Quan Shu" zusammen, akzeptierte die Schenkung von Zhu Xishu's "Yi Xi Ci" durch Herrn Lin Zongyi, einem Japan-Chinesen (1923~2007), nahm die Schenkung des Wohnhauses von Maler Zhang Daqian, "Moye Jingshe (Mo-jeh Ching-she)", an und errichtete das System des "begrenzten Zugangs und der begrenzten Ausstellungen" (für empfindliche Gemälde und Kalligrafien). Unter seiner Verwaltung wurde 1984 die dritte Phase der Museumserweiterung mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes abgeschlossen. Gleichzeitig wurde die Ausstellungsfläche des Hauptgebäudes erweitert und sowohl in den Lagerhallen, als auch in den Ausstellungsräumen wurden eine Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle eingebaut. Darüberhinaus wurden Maßnahmen zum Schutz vor Feuer und Erdbeben ergriffen und ein 24-Stunden Sicherheits- und Überwachungssystem eingerichtet.

1985 wurde die erzählende Ausstellung "Die Beziehung zwischen der chinesischen Kultur und den Weltkulturen" eröffnet, wodurch das Verständnis der Besucher in Bezug auf die östlichen und westlichen Kulturen vertieft wurde. Es wurden neue Technologien eingeführt und ein Multimedia-Ausstellungsraum eingerichtet. Aus Anlass des 60.Geburtstags des Museums wurden eine Reihe von akademischen Veranstaltungen abgehalten. Dr. Qin legte großes Gewicht auf die gesellschaftliche Erziehungsfunktion des Nationalen Palastmuseums. Das Museum begann nicht nur, täglich Führungen für 500 Grund- und Mittelschüler in Großtaipei durchzuführen, die Ausstellungsabteilung organisierte auch die "Veranstaltungen und Kreativität"- Kinderklassen und sogenannte "Kulturobjekt-Seminare". Dr. Qin forderte auch Erneuerungen und Verfeinerungen: er richtete das Teehaus "Sanxi-Halle" ein, um Kunst und Alltag zu verbinden. Unterhalb des westlichen Flügels der Haupthalle wurde nach dem Vorbild von Gärten der Song- und der Ming-Dynastie der Zhishan-Garten gebaut und neben der Abfahrt auf der Ostseite der "Zhide-Garten". Ein Stück Land auf der rechten Seite der Haupthalle wurde zum "Hele-Garten" umgestaltet und im Innenhof der Haupthalle wurde eine Gartenlandschaft als Rastplatz für die Besucher kreiert.

1987 wurde auf Geheiß des Präsidenten das "Organisationsgesetz des Nationalen Palastmuseums" verkündet und der Museumsdirektor wurde vom Exekutiv-Yuan ernannt. Zwischen Juli 1989 und Mai 1991 wurde eine Gesamtinventur aller Kulturobjekte des Museums durchgeführt. 1991 ernannte der Exekutiv-Yuan einen "Beratungs-Beauftragen", der den ursprünglichen "Verwaltungsrat" ersetzten sollte. 1995 wurde die vierte Ausbauphase mit der Fertigstellung des Büchereigebäudes abgeschlossen. Dadurch erhielt das Museum eine weiträumige und helle, moderne Bücherei sowie eine Ausstellungshalle mit einer Fläche von fast 400 ping, die es dem Museum ermöglichte, aktiv Leihaustellungen zu planen. Das Büchereigebäude wurde mit einer Leihausstellung des Pariser Louvre von 71 berühmten Landschaftsgemälden aus dem 16. und 17. Jahrhundert eingeweiht, die unzählige enthusiastische Besucher anzog. Das Museum arbeitete auch mit taiwanischen Jadesammlern zusammen, um am Ende desselben Jahres eine Jadeausstellung zu zeigen, bei der erstmals Audioführer in den Sprachen Chinesisch, Englisch und Japanisch eingesetzt wurden. Ihnen folgten die "Skulpturen-Ausstellung" (1997), "Legendäre Schönheit: Westliche Gemälde und Skulpturen ", "Die Welt Picassos" (1998), "Die Legende von San-xing-dui" und "Kunst und Kultur der Han-Dynastie " (1999). Das Museum hat nicht nur Ausstellungen vom Ausland und aus China nach Taiwan gebracht, sondern auch selbst die internationale Bühne betreten. Im März 1996 zeigte das Nationale Palastmuseum auf Einladung des Metropolitan Museums in vier Städten der USA die Ausstellung "Glanz des kaiserlichen Chinas", die sich aus 452 ausgewählten Stücken der NPM-Sammlung zusammensetzte. Im Oktober 1998 reiste eine Auswahl von 344 Stücken nach Paris, wo sie im Grand Palais Museum unter dem Titel "Erinnerungen an ein Kaiserreich: Schätze aus dem Nationalen Palastmuseum" ausgestellt wurden. Im Januar 1999 reiste eine Anzahl von ausgezeichneten Reproduktionen von Kunstwerken des Nationalen Palastmuseums auf Einladung von sieben Taiwan freundlichen Nationen durch Zentralamerika.

Betonung der lokalen Kultur, der Mode und der Erneuerungen

Herr Du Zhengsheng (Tu Cheng-sheng) übernahm im Mai des Jahres 2000 das Amt des Museumsdirektors. Er verwaltete das Museum unter der Vision der Betonung der einheimischen Kultur und der Förderung des Taiwan-Bewusstseins. Unter seiner Führung wurde im Jahr 2003 die Ausstellung "Ilha Formosa: Das Auftauchen Taiwans auf der Weltszene im 17. Jahrhundert" veranstaltet, die eine lebhafte öffentliche Diskussion hervorrief. Als Geschichtswissenschaftler forderte er die Mitarbeiter der Ausstellungsabteilung auf, von der Gewohnheit abzuweichen, Ausstellungen nach dem Materialtyp zu arrangieren, und sie statt dessen chronologisch aufzubereiten. Er nutzte die Gelegenheit der umfassenden Umgestaltung der Ausstellungsroute der Hauptausstellungshalle (fünftes Erweiterungsprojekt), um die Kunst- und Kulturobjekte des Museums zu einem Zeitfluss über 8.000 Jahre hin anzuordnen. Das führte zu den chronologisch verbundenen Ausstellungen "Das Neolithische Alter: Der Beginn der Zivilisation ", "Die klassische Zivilisation: Das Bronzezeitalter ", "Von der Klassik zur Tradition: Die Qin- und die Han-Dynsatie ", "Übergänge und Annäherungen: Die sechs Dynastien, die Sui- und Tang-Dynastie", "Die Etablierung neuer Leitbilder: Song- und Yuan-Dynastie ", "Das neue Zeitalter der Dekoration: Die kaiserlichen Werkstätten der frühen Ming-Dynastie", "Kaiserliche und private Werkstätten im Wettbewerb: die späte Ming Dynastie ", "Handwerksschätze aus einer Zeit des Wohlstands: Die Regierungsperioden der Qing-Kaiser Kangxi, Yongzheng und Qianlong " sowie "Auf dem Weg in die Modernität: Die späte Qing-Dynastie ".

Dr. Du führte Konzepte und Arbeitsmethoden der Unternehmensführung ein und gab die "Bestimmungen für die Verwaltung und Verwendung des Einkommens und der Ausgaben des Fonds für die Entwicklung kultureller Relikte und Kunstobjekte" heraus, er führte das System "Freunde des NPM" und Kreditkarten für die Unterstützung des Nationalen Palastmuseums ein. In Einklang mit der Regierungspolitik, die sich um ein Gleichgewicht der kulturellen Einrichtungen in Nord- und Südtaiwan bemühte, billigte der Exekutiv-Yuan im Jahr 2003 die Nutzung eines 70 Hektar großen Grundstücks in der Stadt Taibao im Landkreis Jiayi, das sich im Besitz der Taiwan Zuckergesellschaft befand, für den Bau der Südlichen Filiale des Nationalen Palastmuseums.

Im Jahr 2005 übernahm Dr. Shi Shoujian (Shi Shou-chien) das Amt des Museumsdirektors, nachdem er bereits vier Jahre lang Dr. Du als Vizedirektor bei der Förderung der akademischen Forschung und der Veranstaltung regelmäßiger kleiner Konferenzen unterstützt hatte. Dr. Shi war der Gründer der Graduiertenabteilung für Kunstgeschichte der Nationalen Taiwan Universität. Sein Spezialgebiet ist die Erforschung der chinesischen Malerei. Unter seiner Leitung wurde die Ausstellung "Das Zeitalter des Großen Khan: Pluralismus in der Chinesischen Kunst und Kultur unter den Mongolen" organisiert, die die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen des Museums erforderte. In Verbindung mit der Ausstellung wurde das "Akademische Symposium über die Mongolen" veranstaltet. Zwei Jahre später plante der die Ausstellung "Das kulturelle Unternehmen des Kaisers Qianlong (Ch'ien-lung) ". Zur Feier des 80igsten Jahrestages der Gründung des Nationalen Palastmuseums wurden die Ausstellungen "Großer Überblick: Malerei und Kalligrafie der Nördlichen Song-Dynastie, Ju-Ware der Nord-Song und Bücher der Song-Dynastie" sowie ein internationales Symposium zum Thema "Gründungsparadigmen: Die Kunst und Kultur der Nördlichen Song" abgehalten, wichtige Veranstaltungen nicht nur für das Nationale Palastmuseum, sondern auch für die Kreise der chinesischen Kunstwissenschaft. Angesichts der Tatsache, dass alle internationalen Spitzenmuseen über erstklassige Restaurants verfügen, hat Dr. Shi das Grundstück der ehemaligen Angestelltenkantine für den Bau des "Seidenpalastes" auf BOT-Basis zur Verfügung gestellt. Dieser wurde im Juni 2008 eröffnet.

Im Rahmen der Neubesetzung des Exekutiv-Yuan im Jahr 2006, übernahm Frau. Lin Manli (Lin Mun-lee) das Amt der NPM-Museumsdirektorin und leitete sofort unter dem Motto "Alt ist neu im NPM" eine konzeptionelle Reform ein. Unter diesem Thema der kulturellen Kreativität entwickelte das NPM eigene Produkte und förderte die Vergabe von Markenlizenzen. Das Museum arbeitete bei der Entwicklung neuer Produkte auch mit bekannten lokalen und internationalen Marken zusammen, wie z. B. Sanrio aus Japan, Alessi aus Italien, Franz Porzellan und I-Mei Lebensmittel aus Taiwan.

Rückkehr zum Professionalismus und Schaffung neuer Möglichkeiten

Am 20. Mai 2008 gelangte eine andere politische Partei in Taiwan an die Macht und Frau Professor Zhou Gongxin (Chou Kung-Shin) übernahm das Amt der Direktorin des Nationalen Palastmuseums. Frau Zhou hatte früher dem NPM bereits 27 Jahre lang gedient, sie war Sekretärin der ehemaligen Direktoren Jiang und Qin und danach 16 Jahre lang die Leiterin der Ausstellungsabteilung gewesen. Sie ist eine erfahrene Museumsexpertin, die, nachdem sie das NPM verlassen hatte, die Graduiertenabteilung für Museumsstudien an der Katholischen Furen (Fu Jen)-Universität gegründet hatte. Nach ihrer Amtsübernahme leitete sie das Museumspersonal in dem Bemühen an, das Niveau der Arbeit in Bezug auf die Archivierung, die Forschung, die Ausstellung, die Erziehung, die Bestandserhaltung und andere grundlegende, jedoch wesentliche Funktionen des Museums, zu erhöhen. Sie führte auch von Neuem eine professionelle Museumsverwaltung ein, in dem sie eine Reorganisation und personelle Umbesetzungen durchführte. Ihre Vision ist es, "der Sammlung eine neue Vitalität und dem Nationalen Palastmuseum einen neuen Wert" zu verleihen.

Während des vergangenen Jahres hat das Museum ein groß angelegtes Inventorisierungs- und Bestandserhaltungsprojekt durchgeführt, zur Belebung des Tourismus den internationalen Austausch sowie den Austausch zwischen beiden Seiten der Taiwanstrasse gefördert, einen kulturellen und kreativen Industriepark geplant, eine Serie kultureller und kreativer Veranstaltungen abgehalten, Kunstliebhaber verschiedener Alters- und Gesellschaftsschichten herangezogen, das Umfeld der Ausstellungen verbessert und die räumliche Effizienz erhöht sowie große Anstrengungen in Bezug auf die Planung und den Bau der südlichen Filiale des Palastmuseums unternommen, Bemühungen, die alle bereits Resultate zeigen. Frau Dr. Zhou hat auch Methoden der Betriebsführung, des Marketings und der interindustriellen Zusammenarbeit eingeführt, um die verschiedenen Ressourcen zu integrieren und das NPM so zu einem noch pluralistischeren und lebendigeren Ausstellungsumfeld zu gestalten.

Im Dezember des Jahres 2008 billigte der Exekutiv-Yuan die Zusammenarbeit der "Palastmuseen auf beiden Seiten der Taiwanstraße" als eine seiner wichtigsten politischen Ziele. In Übereinstimmung mit der Förderung der Normalisierung der Beziehungen zwischen China und Taiwan durch die Regierung führte das Nationale Palastmuseum eine aktiven Austausch mit verschiedenen wichtigen Museen in China durch, wie dem Palastmuseum Beijing, dem Shanghai- Museum, Nanjing-Museum und Shenyang-Museum. Es konnte ein Konsens über eine Reihe von Fragen bezüglich des Austausches erzielt und ein Mechanismus für die reguläre Zusammenarbeit ausgearbeitet werden, so dass eine Grundlage für einen gleichberechtigen Austausch geschaffen werden konnte.

Gemäß dem Trend, dass kulturelle Kreativität die Wissenswirtschaft anführt, hat sich das NPM bemüht, einen NPM Kultur-Kreativitäts-Industriepark einzurichten, in der Hoffnung, mit Hilfe des kulturellen Reichtums und des internationalen Bekanntsheitsgrades des Museums das NPM in einen Sammelort nationaler und internationaler Kreativitätsindustrien zu verwandeln. Durch eine Serie kulturell-kreativer Veranstaltungen, wurden Design-Teams mit kreativem Potential eingeladen, kulturelle Kreativitätsseminare zu veranstalten, um der Öffentlichkeit die Gelegenheit zu geben, Erfahrungen mit Produkten zu machen, die sich durch ein modernes Design auszeichnen, das durch Elemente, wie sie im Palastmuseum gefunden werden können, geprägt ist.

Durch Markenlizensierung ermöglicht es das Museum den Herstellern, innovative Produkte für den Weltmarkt zu schaffen, so dass der NPM Kultur-Kreativitäts- Industriepark zu einem Zentrum der globalen kulturellen Kreativitätsindustrie wird. Gegenwärtig hat das Museum bereits das Nachbargrundstück von der 'Schule für die Verwaltung der Sanitätsdienste des Nationalen Sicherheitsbüros' erworben und im Rahmen der Durchführung der Pläne für den Park im Jahr 2009 das erste "Camp für die Entwicklung der Kulturellen Kreativitätsindustrie" veranstaltet. Es wurden Forschungs-, Entwicklungs- und Designteams für die Hersteller von museumsbezogenen Produkten ausgewählt, um Veranstaltungen und interaktive Programme zu den Themen Ästhetik, kulturelle Kreativität, die Sammlung des Nationalen Palastmuseums und die Anwendung digitaler Mehrwerte zu planen und durchzuführen, in der Hoffnung, eine Plattform für die Ressourcen des Museums und dasErziehungstraining zur Verfügung zu stellen sowie ein System für die Entwicklung von NPM-Produkten und deren Qualitätskontrolle zu schaffen.. Es wird erwartet, dass diese langfristigen Ausbildungsprogramme in der Lage sind, die Qualität und den Inhalt der Museums-bezogenen Industrien zu verbessern und ein Modell für die Zusammenarbeit und die Vermarktung zwischen dem Nationalen Palastmuseum und der kulturellen Kreativitätsindustrie geschaffen werden kann.

In Bezug auf die Bildungsfunktionen des Museums gibt es verschiedene Bildungsaktivitäten, die für unterschiedliche Altergruppen und unterschiedliche Besuchergruppen zugeschnitten sind. So werden z. B. für die allgemeine Öffentlichkeit regelmäßige Führungen und Seminare über die Kunstwerke des Museums veranstaltet, es wurde eine Kindergallerie eingerichtet, Seminare für sogenannte "Samenlehrer" abgehalten, eine Zusammenarbeit zwischen dem Museum und Schulen eingerichtet, freiwillige Mitarbeiter ausgebildet, Programme für junge Besucher entworfen, die eine Samstag Nacht im Museum verbringen, Wanderausstellungen von Duplikaten berühmter Stücke der Museumssammlung für Städte und Landkreise ausserhalb Taipeis sowie die vorgelagerte Insel Jinmen organisiert. Darüberhinaus gibt es "Nächtliche Festmähler im NPM", die in der Sanxi-Halle durchgeführt werden und faszinierende Ausstellungen mit Bildungsaktivitäten verbinden. Unter dem Thema "Neue Melodie im NPM" wird traditionelles Theater mit der Bewunderung von Kunstgegeständen verbunden, eine Veranstaltung, die im Auditorium stattfindet. Darüberhinaus haben es computerisierte Technologien und das U-Museums-Projekt für das NPM möglich gemacht, sich von den Grenzen des echten Lebens zu befreien und die wunderbaren Sammlungen und Bildungsressourcen des Museums dem täglichen Leben der Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Seit ihrer Amtsübernahme hat Frau Dr. Zhou (Chou) aktiv die Pläne für den Bau einer südlichen Filiale in ihre Hand genommen. Allerdings traf dieses Projekt auf eine Reihe von Hindernissen, einschließlich einer ungeeigneten Werbestrategie unter den Originalplänen und der Kündigung der Verträge mit einem Verwaltungsberater, einer Berateragentur für Landschaftsgestaltung und einem Architekturbüro. Auch der Taifun Morakat hinterließ seine Spuren. Der Exekutiv-Yuan rief mehrere Sitzungen ein, um diese Probleme zu diskutieren und zu lösen. Er kam am 17. Dezember 2009 zu der Lösung, dass der weitere Bau in zwei Phasen durchgeführt werden soll, wobei die Bau- und Planungsagentur des Innenministeriums für den Bau der Hauptgebäudes und aller Arbeiten der Phase I verantwortlich gemacht wurde.

Im Jahr 2009 besuchten mehr als 2,5 Millionen Besucher das Nationale Palastmuseum. Um den Besuchern noch angenehmere Ausstellungs- und Empfangsgebiete zur Verfügung zu stellen, plant das Nationale Palastmuseum nun einen "Kulturellen Kreativitätspark" und beurteilt die Möglichkeit einer "6. Erweiterungsphase". Man hofft, dass das Nationale Palastmuseum weiterhin auf der Höhe der Zeit bleibt, neues Leben in alten Traditionen findet und neue Möglichkeiten durch professionalle Expertise schafft.

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