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Abriss der Museumsgeschichte | Gegenwärtige Organisation und Aufgaben | Museumsgelände Die Gründung des Nationalen Palastmuseums Das NPM verfügt über eine riesige Anzahl an Kulturschätzen, die ursprünglich zu den Sammlungen der Sung-, Yüan-, Ming- und Ch'ing-Dynastie gehörten. Bei der Gründung der Republik China verblieben diese Schätze der Kaiser in der Verbotenen Stadt. So lange der letzte Ch'ing-Kaiser Pu Yi jedoch noch im Kaiserpalast verweilte, gingen zahllose Kunstwerke verloren, da sie entweder von Pu Yi verschenkt wurden, von seinen ehemaligen Beamten ausgeliehen wurden, oder aber versetzt oder gestohlen wurden. 1914 verlegte die Regierung der Republik China die Kulturobjekte, die im Kaiserlichen Sommerpalast in Rehe und im ehemaligen Palast in Shenyang aufbewahrt wurden, in den äußeren Hof der Verbotenen Stadt und richtete ein Ausstellungsamt für Antiquitäten ein, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. 1924 zog Pu Yi aus der Verbotenen Stadt aus und die Regierung gründete zur Verwaltung der unschätzbaren Kunstwerke, die im Palast aufbewahrt wurden, ein "Komitee für die Verfügung über die Besitzstände des Ch'ing-Hofes". Am 10. Oktober 1925, dem Nationalfeiertag, wurde das Nationale Palastmuseum offiziell gegründet, um die kaiserlichen Sammlungen und die Kunstschätze des Palastes der verschiedenen Dynastien zu bewahren und die Öffentlichkeit und künftige Generationen in die Lage zu versetzen, den Palast zu betreten und dieses Kulturerbe der Menschheit zu bewundern. Während der ersten Jahre des Museums wurde ein Verwaltungsrat als das Beschluss fassende und Aufsicht führende Organ eingerichtet, der einen untergeordneten Vorstand, die zwei Abteilungen für Antiquitäten und Bücher sowie ein Verwaltungsbüro kontrollierte. Während der folgenden Jahre ereigneten sich dramatische politische Veränderungen und das NPM wurde nacheinander von einem Instandhaltungsdirektor, einem Präservierungs-Komitee, einem Instandhaltungs-Komitee und einem Verwaltungskomitee verwaltet. Im Juni 1928 marschierte die Nationalistische Armee in Peking ein und machte I P'ei-chi für die Übernahme des Museums verantwortlich. Im Oktober wurde das Organisationsgesetz des Palastmuseums verkündet, wodurch es formell in eine Regierungsinstitution umgewandelt wurde. Das Gesetz regelte die Verwaltung des Museums und seiner Architektur sowie die Bewahrung, den öffentlichen Zugang und die Propagierung der alten Kulturobjekte, Bücher und Dokumente. Es sah die Einrichtung der drei Abteilungen für Antiquitäten, Bücher und Dokumente sowie eines Sekretariats und eines Verwaltungsbüros vor. Darüberhinaus wurde das "Statut für den Vorstand des Nationalen Palastmuseums" verkündet. Im Februar 1929 wurde I P'ei-chi zum Museumsdirektor ernannt. Unter seiner Leitung wurden die Inventur und Katalogisierung der Sammlung fortgesetzt, zusätzliche Ausstellungsräume eingerichtet, die bestehenden Ausstellungen bereichert und die Verbreitung von Publikationen forciert. Die Verlagerung der Kulturobjekte in den Süden Im Juli 1932 fiel die japanische Armee in Jehe mit der Absicht ein, Nordchina in Japans Gewalt zu bringen. Um die Sicherheit der Sammlung des Museums zu gewährleisten, gab der Vorstand des Nationalen Palastmuseums die Anweisung, dass wichtige Objekte der Sammlung in Kisten aufbewahrt werden sollten, um jederzeit evakuiert werden zu können. Im Februar 1933 erreichte die Situation in Nordchina einen kritischen Punkt, weshalb die Verlagerung der ersten Gruppe von Kunstwerken nach Shanghai angeordnet wurde. Bis Mai 1933 wurden fünf Gruppen mit insgesamt 19.557 Kisten verlagert, darunter 6.066 Kisten mit Objekten aus dem Ausstellungsamt für Antiquitäten, dem Sommerpalast I-ho-yüan und der kaiserlichen Akademie Han-lin-yüan. Im Februar 1934 verkündete die Nationalistische Regierung das "Einstweilige Organisationsstatut des Nationalen Palastmuseums in Beiping", in dem der Exekutiv-Yüan zur vorgesetzten Behörde des Museums bestimmt wurde. Zum Museumsdirektor wurde Ma Heng ernannt. Während dieser Periode begann das Museum mit einer Inventur der Objekte, die nach Shanghai verlagert worden oder in Beijing verblieben waren. 1935 wurden mehr als 1.000 wertvolle Werke aus der Sammlung des Museums nach London zur "Internationalen Ausstellung chinesischer Kunst" gesandt. Im Dezember 1936 wurden die Objekte von Shanghai zum taoistischen Kloster Ch'ao-t'ien-kung in Nanking gebracht. Im Januar des folgenden Jahres wurde die Nanking-Außenstelle des Palastmuseums eingeweiht. Im August fiel die japanische Armee in Shanghai ein, weshalb Nanking nicht länger als sicher gelten konnte; Zhuang Shan-yen und andere verlagerten daher die erste Gruppe von 80 Kisten Richtung Westen nach Ch'ang-sha und dann nach Kwei-yang und An-shun (und 1944 als Kwei-yang fiel, nach Pa-hsien in Szechwan). Nach dem Fall der Sung-hu-Front im November 1937 beschloss die Nationalistische Regierung die Verlagerung nach Chungking und die zweite Gruppe von Kunstobjekten der Nanking-Außenstelle wurde auf dem Wasserweg über Changkiang, Han-k'ou, I-ch'ang, und Chungking gen Westen nach Lo-shan verschifft. Die dritte Gruppe reiste nördlich mit der Lung-hai Eisenbahn nach Pao-chi und von dort transportierten Lastwagen die wertvolle Fracht druch Han-chung nach Chengdu und schließlich nach O-mei in Szechwan. Die nationalen Kunstschätze konnten schließlich eine Verschnaufpause einlegen und trotz aller Schwierigkeiten wurden 1940~1941 einhundert ausgewählte Werke nach Moskau und Leningrad zur "Ausstellung chinesischer Kunst" gesandt. Während der Zeit politischer Unruhen wurden die Kunstobjekte, die im Ausstellungamt für Antiquitäten in Beiping ausgestellt waren, zusammen mit anderen Objekten aus der Sammlung des Nationalen Palastmuseums ebenfalls nach Süden verlagert. 1933 wurde in Nanking ein "Vorbereitungsbüro des Nationalen Zentralmuseums " eingerichtet und als die Situation in Nanking gefährlich wurde, wurden Kisten mit Kulturobjekten des Vorbereitungsbüros des Nationalen Zentralmuseums ebenfalls gen Westen nach Nan-xi in Szechwan verschifft. Während des Krieges führten die wissenschaftlichen Angestellten des Vorbereitungsbüros des Nationalen Zentralmuseums eine Serie von Studien über die Bewohner von Szechwan und Hsi-k'ang und ihr traditionelles Handwerk, die Geschichte und Geographie der nordwestlichen Region und Han-zeitliche Grabstätten in P'eng-shan durch. Nach dem Rückzug der Nationalistischen Regierung nach Taiwan wurden das Vorbereitungsbüro des Nationalen Zentralmuseums und das Nationale Palastmuseum schließlich zum heutigen Nationalen Palastmuseum vereint. Nachdem Japan im August 1945 den Krieg verloren hatte, gab die Nationalistische Regierung die verschiedenen von den Japanern beherrschten Kultur- und Bildungseinrichtungen an die ursprünglich zuständigen Behörden zurück und das Palastmuseum begann damit, seine Sammlung aus den Lagerstellen in Pa-hsien, O-mei und Lo-shan in Chungking zusammenzuführen. Im Juni 1947 nahmen die Angestellten die Verschiffung der Sammlung des Palastmuseums nach Nanking auf, die im Dezember abgeschlossen werden konnte. Meeresüberfahrt nach Taiwan 1948 wandte sich im Bürgerkrieg das Blatt zugunsten der kommunistischen Armee und der geschäftsführende Vorstand des Nationalen Palastmuseums entschied, die wertvollsten Gegenstände aus der Sammlung des Museums nach Taiwan zu senden. Insgesamt wurden 2.972 Kisten in drei Gruppen nach Taiwan verschifft, wo sie im Februar desselben Jahres eintrafen. Mit ihnen reisten ausgewählte Objekte aus den Sammlungen der Nationalen Zentralbücherei, des Instituts für Geschichte und Philologie der Academia Sinica und des Nationalen Zentralmuseums. Zu jener Zeit hatte die kommunistische Armee bereits das Nationale Palastmuseum in Bei-ping in seine Gewalt gebracht, weshalb keine anderen Kunstschätze mehr abtransportiert werden konnten. Die 2.972 Kisten, die nach Taiwan transportiert wurden, machten zwar nur etwa ein Viertel der Gegenstände aus, die ursprünglich aus Peking in den Süden verlegt worden waren, aber bei vielen Stücken handelte es sich um besonders erlesene Werke. 1949 gründete die Regierung das "Gemeinsame Verwaltungsbüro des Nationalen Zentralmuseums ", dem die Kulturobjekte und Angestellten des Nationalen Palastmuseums, des Vorbereitungsbüros des Nationalen Zentralmuseums und der Zentralbücherei unterstellt wurden. Das Gemeinsame Verwaltungsbüro wiederum wurde dem Erziehungsministerium unterstellt und Minister Han Li-wu diente gleichzeitig als Leitender Bevollmächtigter. Das Büro begann mit dem Bau eines Lagergewölbes in Pei-kou in der Gemeinde Wu-feng im Landkreis Taichung. Das Pei-kou-Lagergewölbe wurde im April 1950 fertiggestellt und die wertvollen Gegenstände ihrer Sicherheit wegen sofort dorthin transportiert. Während dieser Periode wurden Stichproben und eine Inventur der Sammlung durchgeführt und die Bücherreihe "Eine Sammlung chinesischer Kulturschätze" herausgegeben. 1955 wurde das Gemeinsame Verwaltungsbüro in das "Gemeinsame Verwaltungsbüro für kulturelle Artefakte" mit den Abteilungen Palastmuseum, Zentralmuseum, Elektronische Erziehung und Verwaltung umorganisiert. Im selben Jahr wurde jedoch die Abteilung für Elektronische Erziehung wieder herausgenommen und das Büro ein weiteres Mal in das "Gemeinsame Verwaltungsbüro des Nationalen Palastmuseums und des Zentralmuseums" umgewandelt. 1957 wurde die Ausstellungshalle in Pei-kou eröffnet und im Mai 1961 wurde das Büro eingeladen, eine größere Ausstellung zu organisieren, die ein Jahr lang nacheinander in den amerikanischen Städten Washington, New York, Boston, Chicago und San Francisco zu sehen war. Neue Heimat in Taipeier Vorort 1965 verkündete die Regierung die "Einstweiligen Bestimmungen für den Verwaltungsrat des Nationalen Palastmuseums" und ernannte Herrn Wang Yun-wu zu dessen Vorsitzenden sowie Dr. Chiang Fu-ts'ung zum Direktor des Museums. Zu diesem Zeitpunkt war das neue Museumsgebäude im Taipeier Vorort Wai-shuang-hsi bereits fertig gebaut und wurde zur Ehre des Gründungsvaters der Nation, Dr. Sun Yat-sen, auf den Namen "Chung-shan Museum" getauft. Es wurde offiziell am Tag der Hundertjahrfeier von Dr. Sun Yat-sens Geburtstag eröffnet. 1966 wurden erstmals die Informationsbroschüre National Palace Museum Newsletter und die Vierteljahrszeitschrift National Palace Museum Quarterly herausgegeben. Im folgenden Jahr wurden im Rahmen der ersten Erweiterungsphase zwei neue Flügel fertig gestellt. Da die Untergliederung des NPM in die zwei Abteilungen Antiquitäten sowie Gemälde und Kalligrafien den tatsächlichen Erfordernissen nicht mehr entsprach, wurden 1968 drei professionelle Abteilungen, nämlich Antiquitäten, Gemälde und Kalligrafien sowie Seltene Bücher und Historische Dokumente, und zwei davon getrennte Verwaltungseinheiten für Ausstellung und Registrierung eingerichtet, um eine erneute Inventur, Umorganisierung und Archivierung der kulturellen Artefakte vorzunehmen und einen Austausch mit anderen akademischen Institutionen einzuleiten. Danach wurde noch ein Büro für wissenschaftliche Aufbewahrungstechnik eingerichtet. 1971 unterstützten professionelle Angestellte des Museums die Nationale Taiwan-Universität bei der Einrichtung einer Unterabteilung für Chinesische Kunstgeschichte innerhalb der Abteilung für Aufbaustudien im Fach Geschichte, die sich schließlich zur Abteilung für Aufbaustudien im Fach Kunstgeschichte entwickelte. Im selben Jahr wurde die zweite Phase der Museumserweiterung abgeschlossen, die aus zwei Erweiterungsflügeln im Vorderteil des Museums bestand. 1983 übernahm Dr. Ch'in Hsiao-yi die Stellung des Museumsdirektors und schuf im Oktober desselben Jahres das Chang Dai-chien Gedächtnismuseum auf dem Gelände der ehemaligen Residenz des Meisters, die den Namen "Mo-jeh Ching-she" trägt. Unter seiner Verwaltung wurde 1984 die dritte Phase der Museumserweiterung mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes abgeschlossen. Gleichzeitig war die Ausstellungsfläche des Hauptgebäudes erweitert worden und sowohl in den Lagerhallen, als auch in den Ausstellungsräumen war eine Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle eingebaut worden. Darüberhinaus waren Maßnahmen zum Schutz vor Feuer und Erdbeben ergriffen und ein 24-Stunden Sicherheits- und Überwachungssystem eingerichtet worden. Im Hauptgebäude wurde die "San-Xi Halle" eingerichtet, die das westliche Arbeitszimmer des Ch’ing-Kaisers Ch’ien-long imitiert, und 1985 wurde der Garten Chih-shan-yüan im Stil der Gärten der Sung- und Ming-Dynastie angelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1987 wurde auf Geheiß des Präsidenten das "Organisatiosgesetz des Nationalen Palastmuseums" verkündet und der Museumsdirektor eigens vom Exekutiv-Yüan ernannt. Er hatte drei Abteilungen, drei Fachgruppen und sechs Büros unter sich. Dr. Ch'in arbeitete weiter an der Verbesserung der Ausstellungsräume, stärkte die akademische Forschung und förderte die Museumserziehung; zwischen 1989~2000 führte er eine Gesamtinventur aller Kulturobjekte des Museums durch. 1991 ernannte der Exekutiv-Yüan einen "Beratungs-Beauftragen", der den ursprünglichen "Verwaltungsrat" ersetzten und Vorschläge zu wichtigen Angelegenheiten der Entwicklung des Museums unterbreiten sollte. 1995 wurde die vierte Erweiterungsphase mit dem Bau des Bibliotheksgebäudes abgeschlossen und im selben Jahr auch der Chide-Garten fertig gestellt. Auf Einladung des Metropolitan Museum reiste die Ausstellung "Glanz des kaiserlichen China" 1996 in vier wichtige Städte Amerikas. Das Nationale Palastmuseum im neuen Jahrhundert Im Jahr 2000 übernahm Herr Tu Cheng-sheng das Amt des Museumsdirektors. Während seiner Amtszeit wurden das Bauprojekt "Das Nationale Palastmuseum im neuen Jahrhundert" vorangetrieben, die akademische Forschung betont, Konferenzen und Symposien abgehalten und eine pluralistische kulturelle Perspektive gefördert, die taiwanische, chinesische und internationale Blickwinkel umfasst. Um die Verkehrsprobleme und den Mangel an Ausstellungsraum zu beheben, wurde die fünfte Erweiterungsphase des Hauptgebäudes eingeleitet, darüberhinaus wurde die Gründung einer südlichen Zweigstelle des Museums vorgeschlagen. Im Jahr 2001 unterbreitete das Museum dem Exekutiv-Yüan das Bauprojekt "Das Nationale Palastmuseum im neuen Jahrundert", das eine Blaupause für die Entwicklung des Nationalen Palastmuseums im 21. Jahrhundert darstellte und die Punkte Ausstellungsräume, externer Verkehr, Bewahrung der Artefakte und Entwicklung von Zweigstellen des Museums umfasste. Das Bauprojekt "Südliche Zweigstelle des Museums" wurde 2002 offiziell in das Projekt "Anstieg des Tourismus" unter dem Plan "Herausforderung 2008: Wichtige nationale Entwicklungsprojekte" aufgenommen. Im selben Jahr wurden auch Haushaltsposten für die Verbesserung der öffentlichen Plätze, Tourrouten und der Umgebung sowie für die Erdbebensicherung des Hauptgebäudes genehmigt. Im Mai 2004 übernahm Vizedirektor Dr. Shi Shou-chien das Amt des Museumsdirektors und förderte aktiv den Kulturaustausch mit Museen im Ausland. Dank der Zusammenarbeit mit internationalen Museen wurde eine größere Anzahl an Leihausstellungen organisiert, die Erweiterung des Hauptgebäudes wurde fortgesetzt und die Planung des Baus der Südlichen Zweigstelle vorangetrieben. Seine Vision war es, das NPM zu einer Schatzgrube kulturellen Vermögens für die gesamte Bevölkerung zu machen und es umfassend für wissentschaftliche Forschungen und Bildung zu nutzen. Von Mai bis August 2004 hielt das Museum die Sonderausstellung "Ein Jahrhundert des deutschen Genies" ab; im Oktober "Der Guß der Religion: Eine Ausstellung von Herrn Peng Kai-Dongs Schenkung"; im Oktober 2005 zeigte das NPM im Staatlichen Museum für Völkerkunde München die Ausstellung "Genghis Khan und seine Erben: Das Mongolische Reich". Zur Verbesserung der Interaktion mit der Bevölkerung wurde im Juli 2004 die Premiere des Films "Das Haus der fliegenden Dolche" auf dem Platz vor dem Museum abgehalten. Sie zog viele Filmfreunde an und brachte die Öffentlichkeit dem Museum näher. Während der Premiere wurde ein Wohltätigkeitsverkauf veranstaltet, dessen Erlös den Opfern der Flutkatastrophe vom 2. Juli gespendet wurde, ein erfolgreiches Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der Museumsindustrie in Taiwan und der breiten Öffentlichkeit. Um eine NPM-Marke zu kreieren, Verkaufskanäle zu erschließen und für die kulturellen Artefakte einen Mehrwert zu schaffen wurde darüberhinaus eine Ausschreibung für das erste Marken-Lizenzierungsprojekt veranstaltet und im Mai 2005 der Lizenzvertrag für den Verkauf von Produkten unter der Marke NPM im In- und Ausland unterzeichnet. Im Juni 2005 brachte das Museum in Zusammenarbeit mit der Taiwan Business Bank die erste Museums-Kreditkarte der Welt heraus, die Platin-Visakarte "Freunde des NPM", deren Besitzer kostenlosen Eintritt in zehn große Museen der Welt genießen. Dies war der erste Schritt hin zu einer internationalen Anerkennung der Visakarte "Freunde des NPM". Im Oktober wurde eine Pressekonferenz zum Thema "Alt ist neu im NPM" mit seinen begleitenden Aktivitäten und Veranstaltungen abgehalten, mit denen eine neues, modernes Image des Nationalen Palastmuseums gefördert werden soll. Im Januar 2006 wurde Vizedirektorin Lin Mun-lee zur neuen Direktorin befördert. Sie initiierte sofort konzeptionelle Reformen und stärkte den Inhalt der Ausstellungsvorschläge und Darstellungsmethoden. Es war ihr Wunsch, allmählich von der traditionellen Vorstellung abzugehen, dass ein Museum sich nur auf die Archivierung, Bewahrung und das Studium von kulturellen Artefakten konzentrieren müsse, statt dessen wollte sie eine Benutzer-freundliche Umwelt und Auslagen schaffen, die auch das "menschliche" Element in Betracht ziehen und zu Interaktionen mit den Ausstellungsstücken anleiten sollten. So ist zum Beispiel im Hinblick auf die Eröffnung der südlichen Zweigstelle des NPM, des sogenannten Asienmuseums, im Jahr 2011 der internationale Austausch ein Primärziel des Museumbetriebs. Im Juni 2006 nahm Direktorin Lin für das NPM an der Eröffnungszeremonie des Musée du Quai Branly in Frankreich teil, ein Museum, das hauptsächlich der Sammlung und Ausstellung der Kunst der Ureinwohner in Afrika, Amerika, Asien und Oceanien gewidmet ist. Der Auftrag des Musée du Quai Branly ist es, die Bedeutung des multikulturellen Dialoges zu unterstreichen, ein Auftrag, der mit dem des Asienmuseums, das gegenwärtig vom Nationalen Palastmuseum gebaut wird, übereinstimmt. Abgesehen von gegenseitigen Besuchen und dem Aufbau von Allianzen bemühen sich das NPM und internationale Museen, den Inhalt ihrer Ausstellungen durch Leihgaben auf gegenseitiger Basis auszuweiten. Für die Ausstellung "Die große Zeit des Ch'ing-Palastes" des Musée Guimet im April 2006 z. B. hatte sich Frankreich die beiden bekannten Werke "Ehrung der Seidenraupe: Ausgabe des Ch’ing-Palastes" und "Landschaftsgemälde" von Giuseppe Castiglione aus der Sammlung des NPM ausgeliehen. Bei der Ausstellung aus der Reihe "Großer Überblick", die im Dezember desselben Jahres abgehalten wurde und aus den Bereichen "Malerei und Kalligrafie der Nördlichen Sung-Dynastie", "Ju-Ware der Nord-Sung" und "Bücher der Sung-Dynastie" bestand, waren außer Werken aus der Sammlung des NPM auch Leihgaben aus Museen in den USA, Japan und Großbritannien zu sehen. Im Februar 2007 arbeitete das Museum mit dem Britischen Museum zusammen, um die Ausstellung "Schätze der Weltkulturen: das Britische Museum nach 250 Jahren" abzuhalten, so dass die Bewohner Taiwans die Möglichkeit hatten, diese Kulturschätze aus der ganzen Welt zu bewundern, ohne ins Ausland reisen zu müssen. Nach dem großen Erfolg der Leihausstellung des Britischen Museums eröffnete das NPM am 20. Oktober desselben Jahres die Ausstellung "Glanz des Barock", die den wichtigsten Teil der Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien zeigte, nämlich die Meisterwerke der großen Habsburger Sammler, darunter berühmte Werke von Rembrandt, Rubens und Velazquez. Diese Kunstschätze, die ursprünglich den Kaisern des Heiligen Römischen Reiches und des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches gehörten, stellten für die Öffentlichkeit in Taiwan den Höhepunkt eines Jahres dar, in dem sie viel Gelegenheit hatten, europäische Kunst und Kultur zu bewundern. Damit wurde auch ein Beispiel für den Austausch zwischen Ost und West in der Zukunft gesetzt. Darüberhinaus organisiert das Nationale Palastmuseum nun erfolgreich eine Anzahl von Veranstaltungsreihen, deren Ziel es ist, die Öffentlichkeit dem Museum näher zu bringen und den Besuchern aus dem In- und Ausland ein abwechslungsreiches und neues Museum zu präsentieren. Seit Juli 2007 ist das Museum z. B. zum ersten Mal seit seiner Einweihung jeden Samstag Abend geöffnet. An diesen Abenden werden auch Konzerte veranstaltet. Der "Kreativ-Workshop", das "Mondfest beim NPM" und das "Italienische Kunstfestival" haben für das Nationale Palastmuseum eine ganz neue Atmosphäre geschaffen. Ein modernes Museum muss eine kulturelle Institution sein, die in der Lage ist, sich an den Zeitgeist anzupassen, ihre Ressourcen in Bezug auf Forschung, Archivierung und Ausstellung flexibel zu nutzen und die Dienstleistungen für die Besucher ständig zu verbessern. Seit der Eröffnung des Museums im Taipeier Vorort Wai-shuang-hsi im Jahre 1965 wurden fünf Erweiterungen vorgenommen, deren letzte das Hauptgebäude betraf und im Februar 2007 abgeschlossen wurde. Die neuen Ausstellungen lassen den Besucher ein entgegenkommendes, Benutzer-freundliches und modernes Nationales Palastmuseum erleben. Das Museum wird auch in Zukunft dieses neue, modernisierte Image fördern und damit seine Schlüsselposition unter den großen Museen der Welt bestätigen.
1. Organisation Gemäß Artikel 1 und 3 der Organisationsgesetze des Nationalen Palastmuseums ist dieses für die Organisation, die Aufbewahrung und die Ausstellung der ursprünglichen Sammlungen von Kulturrelikten und Kunstwerken aus dem Palastmuseum in Peking und dem Vorbereitungsbüro des Nationalen Zentralmuseums verantwortlich, es hat die Sammlung durch Ankäufe zu ergänzen, Forschungsarbeiten durchzuführen und das kulturelle und künstlerische Erbe des alten China zu propagieren, um seine pädagogischen Funktionen zu erweitern. Es ist Teil des Exekutiv-Yüan der Regierung der Republik China. Die Organisationsgesetze sehen folgende Struktur vor: einen Direktor, zwei Vizedirektoren, einen Generalsekretär, drei Fachbereiche für die Sammlung (Antiquitäten, Gemälde und Kalligrafien sowie Seltene Beücher und historische Dokumente), drei Abteilungen für Ausstellung, Publikationen und Registrierung, ein Restaurierungsbüro, Sekretariat, Hausmeisterbüro, Sicherheitsbüro, Personalbüro, die Buchhaltung, ein Büro für Beamtenethik sowie das EDV-Zentrum. Diese Verwaltungseinheiten haben jeweils ihren eigenen Aufgabenbereich innerhalb der Verwaltung des Museums. 【Schaubild der organisatorischen Struktur】
2. Verantwortungsbereiche a. Fachbereich für Antiquitäten b. Fachbereich für Gemälde und Kalligrafien c. Fachbereich für seltene Bücher und historische Dokumente
d. Ausstellungsabteilung
e. Publikationsabteilung f. Registrierungsabteilung g. Restaurierungsbüro h. Sekretariat i. Hausmeisterbüro j. Sicherheitsbüro k. Personalbüro l. Buchhaltung m. Büro für Beamtenethik n. EDV-Zentrum
Das Museumsgebäude, das im architektonischen Stil eines chinesischen Palastes erbaut ist, hat vier Stockwerke, ist mit Konsolen verziert und das farbenprächtig mit grünglasierten Ziegeln gedeckte Dach ist mit gelben Firsten abgesetzt. 1967 und 1969 erhielt das Museum jeweils Erweiterungsbauten und im Jahr 1985 wurden die Galerien renoviert. Im Juli 2004 begann eine weitere Renovierungsphase, die im Dezember 2007 abgeschlossen werden konnte. Die unteren drei Stockwerke werden für die Ausstellung der Kunstwerke verwendet, während im vierten Stockwerk das Teehaus San Hsi-t’ang三希堂 untergebracht ist.
Das Land auf der rechten Seite des Museumsgeländes wurde in den jederzeit zugänglichen Chih-te-Garten verwandelt. Auch hier gibt es kleine Pavillons und eine gewundene Brücke führt über einen Teich. An kühlen Herbstabenden liegt der Duft der Osmanthus- und der Lotosblüten in der Luft. |



