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Vorfrühling (Frühlingserwachen)
Kuo Hsi (tätig im 11. Jhr.), Sung-Dynastie (960-1279) Hängerolle, Tusche und leichte Farben auf Seide, 158,3 x 108,1 cm
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Kuo Hsi (tätig im 11. Jhr.), der aus dem Landkreis Wen der Provinz Honan stammte, diente unter Kaiser Shen-tsung (regierte zwischen 1068 und 1085) als Hofmaler. Als junger Künstler hatte Kuo Hsi große Wandschirme und Wände für wichtige Paläste und Tempel in der Hauptstadt bemalt, die der Kaiser sehr schätzte. Er wurde später zum “Vortragenden Künstler” (tai-chao) befördert, also in die höchste Position eines Malers der Hanlin-Malakademie am Hof. Er schuf viele monumentale Landschaftsmalereien. Besonders gut verstand er sich auf das Malen großer Kieferbäume und Landschaften in Wolken und Nebeln. Mit seinen sogenannten “Eingerollte Wolken-Texturstrichen” für Berge und Felsen und seinen Bäumen in “Krebsklauen”-Form schuf er einen eigenen Stil.
Dieses Werk, das 1072 entstand, ist das berühmteste erhaltene Meisterwerk von Kuo Hsi. Er gab ihm selbst den Titel “Vorfrühling”. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um eine Landschaft im Frühjahr, zu einer Zeit, wo der Schnee gerade geschmolzen ist, die Natur erwacht und die Bäume ausschlagen. Ein Bild der auflebenden Natur also. Das Hauptmotiv ist um die Mittelachse angeordnet. Im Vordergrund befinden sich große Felsbrocken und hohe Kiefern. Im Mittelgrund schließt sich ein S-förmiger Felsen an. Über Nebelschwaden erheben sich zwei Gipfel, wobei sich der Hauptgipfel in der Mitte befindet. Darunter tut sich eine Schlucht auf, durch die ein Bergbach plätschert. Tief in den Bergen stehen herrliche Palasthallen. Auf einem Abgrund befindet sich ein Pavillon mit einem Grasdach, der gegen die Berge in der Ferne abgesetzt ist. Der flachere Teil zur linken Seite reicht in eine große Entfernung und schafft so die Aussicht auf einen weiten Horizont. Die Tusche ist in Lavierungen aufgetragen. Für die Komposition verband der Künstler drei Arten der Perspektive, nämlich die hoch-entfernte Ansicht, die ebene Ansicht und die tief-entfernte Ansicht. Er schuf damit ein ideale Landschaft, in der man wandern kann, die man betrachten kann, ja in der man leben kann. (Ho Ch’uan-hsin) |
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