|
|
|
Spielende Kinder in einem herbstlichen Hof
Su Han-ch'en (tätig Mitte 12. Jahrhundert), Sung-Dynastie (960-1279) Hängerolle, Tusche und leichte Farben auf Seide, 197,5 x 108,7 cm
|
| |
Su Han-ch'en stammte aus K'ai-feng in der Provinz Honan, und lebte gegen Ende der Nördlichen Sung-Dynastie. Nach dem Niedergang der Nordsung folgte er dem Kaiserhof in den Süden und siedelte sich in Ch’ien-t’ang an. Seine genauen Lebensdaten lassen sich nicht mehr rekonstruieren, doch er war in etwa gegen Ende des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts tätig. In seinen frühen Jahren arbeitete er als Maler außerhalb der akademischen Kreise, während der Hsüan-ho-Ära (1119-1125) unter Kaiser Hui-tsung der Nördlichen Sung-Dynastie wurde er jedoch in die kaiserliche Malakademie aufgenommen. Er verstand sich vor allem auf die Darstellung buddhistischer Figuren und die Personenmalerei, wobei Darstellungen spielender Kinder seine besondere Spezialität waren.
Auf diesem Bild stehen ein Mädchen und sein jüngerer Bruder um eine kleine, runde Bank in einem Hof und widmen sich voller Konzentration einem Spiel, das sich “Dattel-Kreisel” nennt. Unweit, auf einer runden Bank und auf dem Grasboden, sind weitere hübsche Spielwaren verstreut, nämlich ein Spielbrett, eine Miniaturpagode und ein Paar große Becken. Im Hintergrund dominiert ein T’ai-hu-Felsen in Form einer Bambussprosse, der kräftig und solide wirkt. Daneben sind Hibiskus-Blüten und Chrysanthemen angeordnet, die in voller Blüte stehen. Diese Anordnung sorgt nicht nur dafür, die Härte des T’ai-hu-Felsens etwas abzumildern, sondern verleiht dem Bild auch seinen herbstlichen Flair. Da die Datteln, mit denen die Kinder spielen, Produkte Nordchinas sind, die südlich des Yangtze-Flusses nicht angebaut wurden, und da das Bild in einem Stil gemalt ist, wie er für die Bilder aus der kaiserlichen Malakdemie gegen Ende der Nordsung-Dynastie typisch ist, geht man davon aus, dass dieses Bild zur Regierungszeit des Kaisers Hui-tsung entstanden sein muss. (Liu Fang-ju) |
| |
|
|