國立故宮博物院 National Palace Museum
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  Slogan:Ein Schatzhaus in Taiwan  
 

Das Nationale Palastmuseum in Taiwan ist in seiner Geschichte einzigartig. Sein Bestand geht zum größten Teil auf jene Sammlungen zurück, welche die chinesischen Kaiser über einen Zeitraum von etwa eintausend Jahren zusammentrugen. Ab dem Jahr 960 saßen 51 Kaiser verschiedener Dynastien auf dem chinesischen Thron – Sung, Yuan, Ming und Qing. Jede dieser Dynastien ererbte und trug ganze Sammlungen an Ritualobjekten und Kunstgegenständen der chinesischen Antike zusammen, gleichzeitig fungierten die Kaiser als Mäzene für Künstler und Handwerker. Auf diese Weise entstand eines der reichsten und größten Schatzhäuser Asiens. Diese Sammlung überstand eine Reihe von Kriegen und politischen Umwälzungen, erreichte eine schier unglaubliche Größe und unschätzbaren Wert und wurde schließlich zum Herzstück des Nationalen Palastmuseums. Dieses wurde im Jahr 1925, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Fall der Qing-Dynastie 1911, eröffnet, womit die Regierung die Kunstschätze zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.

Im Jahr 1933 wurden die wichtigsten Kunstschätze aus Sorge vor einem japanischen Angriff in 19.557 große Kisten verpackt und vom Palastmuseum in Peking in den Süden des Landes, zuerst nach Schanghai und später nach Nanjing, in Sicherheit gebracht. Nach dem vollen Ausbruch des Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieges 1937 wurden diese Kisten voll von Kunstschätzen auf drei unterschiedlichen Routen weiter ins Landesinnere nach Sichuan transportiert, um sie zu schützen. Nach Kriegsende kamen sie wieder zurück nach Nanjing. Doch nicht lange danach kam es zum Ausbruch des Bürgerkrieges zwischen der chinesischen Nationalregierung und den Kommunisten, im Zuge dessen die wichtigsten 2.972 der 19.557 Kisten in den Jahren 1948-49 zusammen mit der gesamten Regierung nach Taiwan verschifft wurden. Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Rückzug vom Festland erhielten die Kunstschätze im Jahr 1965 in Wai-shuang-hsi, einem grünen Außenbezirk Taipehs, ein neues Zuhause: das Nationale Palastmuseum.

In dieser privaten Sammlung, die einst im Besitz der Himmelssöhne (der Kaiser) war, befinden sich antike Objekte, über die nicht einmal die Besitzer informiert waren. Viele dieser Ritualobjekte wurden von den Kaisern als liebliche Spielerei und Kuriosum betrachtet. So wurde z.B. eine Jade-Ringscheibe (bi), welche in Vorzeiten zum Anbeten der Götter und Ahnen verwendet worden war, als eine Art Untersetzer für eine blaue Porzellanschale mit Drachenmotiv zweckentfremdet. Auf ähnliche Weise wurde eine Jadetafel (kuei) mit antiken Ahnen- und Adlergeist-Gravuren einfach umgedreht, und mit Siegeln und Gedichten des Kaisers versehen auf einem Holzständer als Dekorationsobjekt verwendet. Der Inhalt des kaiserlichen Gedichts weist darauf hin, dass Kaiser Qianlong von der Annahme ausging, dass es sich dabei um einen Jadeanhänger handelte, auf welchen auf der einen Seite ein Adler und auf der anderen ein Bärenkopf eingraviert waren.

 
     
 
Jade-Ringscheibe (bi)  New window
Jade-Ringscheibe (bi)
Neusteinzeit, mittlere bis späte Liangzhu-Kultur (2900-2200 v.Chr.)
Verwendung in Opferzeremonien für Ahnen und Himmelsgeister
Rekonstruktion des Gebrauches der Jade- Ringscheibe (bi) in einer Holzeinfassung als Untersetzer für ein Porzellangefäß im 18. Jahrhundert
Jadetafel (kuei) mit Adlermotiv New window
Jadetafel (kuei) mit Adlermotiv
Neusteinzeit, Shandong-Longshan-Kultur (2600-2000 v.Chr.) Linienzeichnungen auf allen vier Seiten zur richtigen Orientierung, verziert mit Darstellungen von Ahnen- und Adlergeistern (ohne Ergänzungen aus dem 18. Jh.)
Aussehen der Original-Jadetafel mit dem Gedicht des Kaisers und den Siegeln, welche im 18. Jh. auf die Oberfläche graviert wurden, mit Holzständer zur Nutzung als Dekorationsobjekt (Tafel auf den Kopf gestellt) New window
Aussehen der Original-Jadetafel mit dem Gedicht des Kaisers und den Siegeln, welche im 18. Jh. auf die Oberfläche graviert wurden, mit Holzständer zur Nutzung als Dekorationsobjekt (Tafel auf den Kopf gestellt)
 
     
 

Die Meisterstücke dieser Sammlung des chinesischen Kaiserhauses finden in Taipeh heute nicht nur hervorragende Ausstellungs- und Lagerungsbedingungen vor, sondern werden auch genauesten wissenschaftlichen Untersuchungen unterzogen. Durch neue technologische und archäologische Erkenntnisse ist es Experten gelungen, das Alter und die Herkunft vieler Objekte genauer zu bestimmen, und auch weit mehr über deren ursprüngliche Funktion und Bedeutung auszusagen. In den letzten Jahren hat es zudem Bemühungen um Zusammenarbeit mit Museen auf der ganzen Welt gegeben, um weitere Erkenntnisse zu erlangen. Für diese Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien wurden 116 Gruppen von Kunstwerken des Nationalen Palastmuseums ausgewählt, dazu zählen 88 Kunstgegenstände, 23 Bilder oder Kalligrafien, sowie fünf seltene Bücher – insgesamt 179 Objekte. Es kann gesagt werden, dass diese Meisterwerke ein Kernstück der langen chinesischen Kultur mit ihrer unvergleichlichen Feinheit, Vielfältigkeit und Dynamik verkörpern. Die chinesische Kultur hat über die Jahrtausende immer wieder Elemente anderer Völker in sich aufgenommen und auf diese Weise verschiedenste Formen der Bereicherung erfahren, welche wieder zu neuen Blüten führte.

 
     
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