國立故宮博物院 National Palace Museum
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  Slogan:Die lange Geschichte der chinesischen Kultur  
 

Das älteste Objekt der Ausstellung ist ein aus Jade geschnitzter Vogel der Hongshan-Kultur vor etwa 5000 oder 5500 Jahren im späten Neolithikum. In Ostchina glaubten die Menschen jener Zeit an einen mystischen („dunklen“ oder „schwarzen“) Vogel, der das Leben der Himmelsgeister zu den Menschen gebracht hatte. Sie schnitzten deshalb Abbildungen dieses Vogels aus feiner Jade, um auf diese Weise die Kommunikation mit den Göttern aufzunehmen.

In ihrem Kampf gegen die Herausforderungen der Natur begannen die Vorfahren in Ostasien auch den Aufstieg und Niedergang aller Dinge zu verstehen, ebenso den Ablauf der Jahreszeiten. Beides brachten sie mit den Bewegungen der Sonne (tai yang; „großes Yang“) im Himmel in Zusammenhang. Dieses „Yang”-Element des Sonnenlichts und seiner Hitze wurde zum Ursprung allen Lebens. Das stete Zu- und Abnehmen des beobachtbaren Universums und der Weg der Sonne über den Himmel wurden als „gelber Weg“ bezeichnet, der seine Gestalt in der runden Ringscheibe (bi) fand. In der späten Liangzhu-Kultur des Neolithikums wurden die runde bi-Scheibe und die quadratische Röhre (cong) bereits in ein komplimentäres Verhältnis zueinander gestellt. Es sind jedoch noch weitere Forschungen notwendig, um sicherstellen, dass es sich dabei um jene quadratische cong-Röhre handelt, welche in Dokumenten der chinesischen Antike als Ritualobjekt für Geisterzeremonien genannt wird. Die cong-Röhre aus Jade der Liangzhu-Kultur, welche in der Ausstellung in Wien zu sehen ist, hat eine Höhe von 47,2 cm, wobei die Außenwand in 17 Ebenen unterteilt ist. Insgesamt sind 68 vereinfachte Geist-Ahnen-Masken auf die Außenseite graviert, darunter auch ein “Geheimcode”, welcher der Kommunikation zwischen dem Schamanen und den Geistern in einer der vertikalen Rillen diente. In der Folge ist dieses berühmte Objekt auch von zentraler Bedeutung für die Erforschung alter Glaubensmanifestationen in Ostasien.

Viele Menschen in Ostasien verehrten in der damaligen Zeit verschiedene Tiergeister. Aus diesem Grund wurden in der chinesischen Zivilisation ab dem späten Neolithikum über die Dynastien Shang, Zhou und Han sowohl natürliche als auch mythische Tierdarstellungen zur Dekoration religiöser Kunstwerke aus Jade und Bronze verwendet; über einen Zeitraum also, der sich über mehr als 5000 Jahre (etwa von 5000 v.Chr. bis 200 n.Chr.) erstreckte. Sowohl Vögel als auch Landtiere wurden in realistischen und erfundenen Szenen sowie in einer Vielzahl von Formen abgebildet. Das geheimnisvollste und magischste aller Tiere war der „Drache”.

Die Außenwände dekorierter Bronzegefäße, welche während Zeremonien Opfergaben enthielten, wurden oft mit einem hohen Relief in Form von „Drachen” gegossen, welche zwei Teile ihres Körpers in einem gemeinsamen Kopf vereinten. Der Hintergrund um diese Hauptmotive wurde oft mit rechteckigen oder kurvenförmigen Linien ausgefüllt, ein Design, welches als „Wolkenmuster“ oder „Wolken- und Donnermuster” bezeichnet wird und welches die im Universum vorhandenen Urkräfte symbolisieren soll. Mysteriöse Tierdarstellungen und Wolkenmuster, die die Kräfte des Lebens symbolisieren, stellen zwei der ursprünglichsten Dekorationsformen und künstlerischen Motive der chinesischen Zivilisation dar.

Zuweilen sind die Henkel von Bronzegefäßen in der Form von Drachen gegossen, die mit weit aufgerissenen Mäulern mystische Vogelköpfe anzubellen scheinen; ein Motiv, das auch des öfteren bei Jadeschnitzereien zu finden ist. Diese Form wurde dahingehend interpretiert, dass der Drache seine Urkraft benützt, um den mystischen Vogel zu beschützen. Sowohl der Körper des Drachen als auch der des Vogels sind dabei mit geschwungenen Wolkenmustern dekoriert. In der Zeit der Östlichen Zhou-, der Qin- und der Han-Dynastien (etwa 700 v. bis 200 n.Chr.) symbolisierte das Wolkenmuster die Urkräfte, und das “Drachen-Phönix”-Motiv, das sich aus den Darstellungen der anderen Geisttiere entwickelt hatte, war sehr beliebt geworden. Schrittweise entwickelte sich die Vorstellung der „Vier Geisttiere“, nämlich des grünen Drachen, des weißen Tigers, des roten Phönix und der schwarzen Schildkröte. Sie repräsentierten die vier Himmelsrichtungen Osten, Westen, Süden und Norden, und wurden immer öfter mit Vorstellungen des Universums und des „gelben Weges“ in Zusammenhang gebracht. Rundspiegel und Ringscheiben (bi) wurden mit Mustern der vier Geisttiere verziert und repräsentieren vielleicht einen Mikrokosmos mit den Grundelementen des Universums. Eine Jade-Ringscheibe mit den eingeschnitzten Schriftzeichen für “ewig” und “Glück” gibt uns einen Einblick in die weltlichen Wünsche der Menschen jener Zeit.

Zur Zeit der Han-Dynastie (ca. 200 v. bis 200 n.Chr.) hatten sich viele der verschiedenen Bevölkerungsgruppen der chinesischen Antike bereits zu einem einheitlichen Volk vermischt, das als “Han-Chinesen” bekannt war. Auch die Vorstellung, „den Himmel und die Ahnen zu verehren” wurde zu jener Zeit einer der wesentlichen Pfeiler der chinesischen Zivilisation.

 
     
 
Jadeanhänger in Form eines Vogels New window
Jadeanhänger in Form eines Vogels
Neusteinzeit, späte Hongshan-Kultur
(3500-3000 v.Chr.)
Speiseopfergefäß (ding) aus Bronze New window
Speiseopfergefäß (ding) aus Bronze
Späte Shang-Dynasty (1300-1046 v.Chr.)
Detail mit Drachenkopf im Zentrum, von dem sich auf beide Seiten ein Körper erstreckt
Quadratisches Bronzegefäß (kuei) des Clans der "Ya-chou" New window
Quadratisches Bronzegefäß (kuei) des Clans der "Ya-chou"
Späte Shang-Dynasty (1300-1046 v.Chr.)
Detail mit Motiv des „Geisterdrachen und mystischen Vogels”
Jadeanhänger in der Form eines Vogels und eines Drachen New window
Jadeanhänger in der Form eines Vogels und eines Drachen
Späte Shang-Dynasty (1300-1046 v.Chr.) Abrieb auf der rechten Seite zeigt ein Oberflächendetail des Drachen oberhalb des Vogels
Jadeanhänger in der Form eines Drachen New window
Jadeanhänger in der Form eines Drachen
Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v.Chr.)
Abrieb um Oberflächendetail zu zeigen
Bronzespiegel mit TLV-Diagramm, den vier Geistern sowie einer Inschrift New window
Bronzespiegel mit TLV-Diagramm, den vier Geistern sowie einer Inschrift
Späte Westliche Han-Dynastie bis frühe Östliche Han-Dynasty (73 v. – 105 n.Chr.)
Jade-Ringscheibe (bi) glückverheißender Inschrift New window
Jade-Ringscheibe (bi) glückverheißender Inschrift Östliche Han-Dynastie (25-220 n.Chr.)
Abrieb auf der rechten Seite zeigt Oberflächendetail (Schriftzeichen für “ewig” [chang] und “Glück” [le] oben und unten im äußeren Kreis )
   
 
     
 

Im Laufe mehrerer Jahrtausende erfreute sich das Drachen-Phönix-Motiv in der chinesischen Kultur ungebrochener Beliebtheit. Seine Ursprünge können auf die Verehrung von Tieren in Vorzeiten zurückgeführt werden, später wurde dieses Motiv ein Symbol für die höchste Verehrung des Kaiserhauses.

Als Beispiel für diese Tradition wird in der Wiener Ausstellung eine Waschschale mit Phönix-Henkel aus der Yuan-Dynastie gezeigt. Ebenso zu sehen sind eine kugelförmige Vase mit Drachendekor in blauer Unterglasurmalerei aus der Yongle-Regierungszeit der Ming-Dynastie, und ein Teller mit in Lack geschnitztem Drachen- und Phönix-Motiv. Lange Zeit in der chinesischen Geschichte war der Kaiser in eine „Drachenrobe“ gekleidet und regierte von seinem „Drachenthron“ aus. In den ausgestellten Portraits der Kaiser Daoguang (Xuanzong) und Qianlong können im Brust- und Schulterbereich der kaiserlichen Roben zusammengerollte Drachen gesehen werden. Daoguang (Xuangzong) wird sogar auf einem Thron mit geschnitztem Drachendekor dargestellt.

 
     
 
Waschschale aus Jade mit Henkel in Phönix-Form New window
Waschschale aus Jade mit Henkel in Phönix-Form
Yuan-Dynastie (1271-1368)
Teller mit Drachen- und Phönix-Motiv, gelbe Lackschnitzerei New window
Teller mit Drachen- und Phönix-Motiv, gelbe Lackschnitzerei
Marke und Periode des Kaisers Jiajing, Ming-Dynastie (1522-1566)
Kugelförmige Vase mit Drachendekor in blauer Unterglasurmalerei New window
Kugelförmige Vase mit Drachendekor in blauer Unterglasurmalerei
Regierungszeit des Kaisers Yongle (1403-1424), Ming-Dynastie
Portrait des Kaisers Xuande (1399-1435) New window
Portrait des Kaisers Xuande (1399-1435)
Unbekannter Künstler, Ming-Dynastie (1368-1644)
Portrait des Kaisers Qianlong (R. 1736-1795) New window
Portrait des Kaisers Qianlong (R. 1736-1795)
Unbekannter Künstler, Qing-Dynastie (1644-1911)
 
 
     
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