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Die Ausstellung präsentiert verschiedene Werkzeuge, wie sie in Werkstätten für Malerei und Kalligrafie verwendet wurden – einen Pinsel aus Tierhaar und eine Mixtur aus geriebener Tinte und Wasser. Diese Utensilien erfreuen sich in der chinesischen Kultur einer langen Tradition in der Malerei und Schreibkunst.
Die Ursprünge der heute verwendeten chinesischen Schriftzeichen können auf Inschriften zurückgeführt werden, die auf Bronzegefäßen aus dem 14. und 15. Jh. v. Chr. gefunden wurden. Obwohl Archäologen nur Pinsel aus dem 3. und 4. Jh. v. Chr. gefunden haben, weisen Schriftzeichen auf Orakelknochen, die offensichtlich mit einem Pinsel geschrieben und nicht eingeritzt wurden, mit Sicherheit auf die Verwendung von Tierhaarpinseln bereits zwischen dem 13. und 11. Jh. v. Chr. hin. Dieses Schreibutensil ist damit seit mehr als 3000 Jahren in Verwendung. Ab dem 1. Jh. n. Chr. war die Schreibkunst in China als Kalligrafie bekannt und entwickelte sich zu einer der Hauptrichtungen der chinesischen bildenden Künste. Die Ausstellung zeigt fünf Werke ab der Zeit der Yuan-Dynastie, welche die fünf wichtigsten Stile chinesischer Kalligrafie repräsentieren: Siegelschrift, Kanzleischrift, Regelschrift, Kursivschrift und Grasschrift. Jeder dieser Stile hat seine eigene Schönheit und Harmonie. |
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Der Pinsel ist auch ein wichtiges Werkzeug in der Malerei. Gelehrte verwendeten den Pinsel sowie eine Wasser-Tinten-Mischung, um Bilder anzufertigen und ihre Gedanken auszudrücken. Ein Großteil der chinesischen Malerei und Kalligrafie steht auch in einem engen Zusammenhang mit der chinesischen Philosophie, mit ihren Wurzeln in antiken Vorstellungen des Universums und dem Bemühen, zu einem Verständnis des Lebens und der Welt zu gelangen. Während der Sung- und Ming-Dynastien konzentrierten sich philosophische Bewegungen z.B. auf das Verständnis von Naturgesetzen und des Denkens. Aus diesem Grund reflektiert ein Werk der chinesischen Malerei, unabhängig vom Thema und unabhängig davon, ob es mit unzähligen zarten Pinselstrichen oder mit nur wenigen großen Pinselbewegungen ausgeführt wurde, immer das philosophische Gerüst der Natur und ihrer vielfältigen Transformationen durch das Denken des Künstlers.
In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass es dem chinesischen Künstler selten darum geht, ein fotografisch realistisches Abbild eines Gegenstandes zu schaffen. Es geht viel mehr um ein Verständnis und die Art der Beobachtung, welche eine Idee und eine Erinnerung auslösen. Der Künstler bedient sich in der Führung seines Pinsels fließender, bewegter Linien, um auf Papier oder Seide jene „Landschaft des Denkens” abzubilden, welche sich aus verschiedenen Variationen kompositioneller Dichte zusammensetzt; festen und leeren Stellen, zarten und harten Strichen, nasser und trockener Tinte.
Ab den Dynastien Tang und Sung wurde der Kaiserhof zu einem wichtigen Mäzen für die Kunst der Malerei und Kalligrafie. Die Ausstellung beinhaltet auch ein Meisterwerk von Ma Yuan aus der Südlichen Sung-Dynastie mit dem Titel „Auf einem Bergpfad im Frühling“. In der oberen rechten Ecke des Bildes findet sich ein Gedicht in der eigenhändigen Kalligrafie von Kaiser Ningzong aus der Südlichen Sung-Dynastie. Diese perfekte Kombination von Poesie, Kalligrafie und Malerei stellt eines der höchsten Ideale der chinesischen bildenden Kunst dar.
Weil in der chinesischen Philosophie die Vorstellung der Natur so zentral war, wurden einfache prägnante Tuschemalereien zu einer der Hauptrichtungen der chinesischen Malerei überhaupt. Dies soll jedoch nicht heißen, dass aufwändig ausgeführte Pfingstrosen, ein Symbol von Reichtum und Wohlstand, die Künstler nicht ebenso ansprachen und im verfeinerten Stil der Gelehrten gemalt wurden. |
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